Rheurdt/Hamminkeln, 10. Februar 2021 - Während der
Rettungsdienst auf glatten und verschneiten Straßen teils
deutlich längere Anfahrtszeiten hat, überbrückt die
Feuerwehr wertvolle Minuten.
Dass die Feuerwehr für
widrige Bedingungen stets gut gerüstet ist und auf
ungewöhnliche Zeiten mit ungewöhnlichen Maßnahmen reagiert,
ist hinlänglich bekannt. Doch gerade in der aktuellen Zeit,
in der Schnee und Eis den Alltag der Menschen prägen, zeigt
sich dies noch einmal ganz deutlich. Seitdem nämlich
ergiebige Schneefälle und anhaltend frostige Temperaturen
für schlechte Straßenverhältnisse sorgen, übernimmt die
Freiwillige Feuerwehr Rheurdt eine temporäre Zusatzaufgabe:
Sie wird als sogenannter "First Responder" (engl.: Erster
Eingreifer) eingesetzt, um bei medizinischen Notfällen die
Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit
Erstmaßnahmen zu überbrücken.
Der Rettungsdienst, der
das Gemeindegebiet Rheurdt üblicherweise von den
Rettungswachen Moers, Kamp-Lintfort, Wachtendonk oder
Geldern aus anfährt, braucht derzeit aufgrund der glatten
und teil verschneiten Straßen deutlich länger, um zum
Patienten zu gelangen. Minuten, die in extremen Fällen
zwischen Leben und Tod entscheiden. (Foto Gehrmann)

Auf Anfrage des Kreisbrandmeisters des Kreises Kleve wurde
daher in Rheurdt und vielen weiteren Kommunen vereinbart,
bis auf Weiteres die Freiwillige Feuerwehr parallel zum
Rettungsdienst zu alarmieren. Die Kameradinnen und Kameraden
eilen dann, wie bei einem normalen Feuerwehreinsatz auch,
von zu Hause aus zu ihrem Gerätehaus und rücken von dort zum
Ort des Geschehens aus. Hierfür wurde in Rheurdt und
Schaephuysen jeweils ein Löschfahrzeug mit entsprechendem
First-Responder-Equipment (u.a. Notfallrucksack und
Defibrillator) und weiterer Schutzausrüstung (FFP2-Masken)
bestückt. Eines der beiden Allrad-Fahrzeuge wurden zudem mit
Gleitschutzketten (Schneeketten) bestückt, um auch unwegsame
Straßen zu befahren, die der Rettungsdienst gar nicht oder
nur sehr schwer passieren kann.
Bis Dienstagabend
(09.02.2021) griff die Leitstelle Kleve bereits drei Mal auf
die Freiwillige Feuerwehr Rheurdt als Schnelleingriffstruppe
zurück. Neben einem Notruf zu einer gestürzten Person und
einer Person mit Herzinfarktsymptomatik wurde die Mannschaft
auch zu einer Reanimation alarmiert. In allen drei Fällen
wurden die Patienten*innen nach der Erstversorgung zur
weiteren Behandlung an den Rettungsdienst übergeben.
Dass die Feuerwehr etwaige Zusatzaufgaben übernehmen kann,
ist den breiten Kompetenzfeldern zu verdanken, die innerhalb
der rund 80-köpfigen ehrenamtlichen Mannschaft vertreten
sind. Viele der Einsatzkräfte üben nämlich hauptamtlich
einen einschlägigen medizinischen oder pflegerischen Beruf
aus, der ihnen in ihrem Ehrenamt zugutekommt. So zählen
unter anderem Rettungsassistenten*innen,
Notfallsanitäter*innen oder Pflegefachmänner und -frauen zu
den Löscheinheiten Rheurdt und Schaephuysen.
Das
First-Responder-Modell ist in der Gemeinde Rheurdt
grundsätzlich kein neues. Bereits seit einigen Jahren
leisten einige speziell geschulte Bürgerinnen und Bürger,
darunter auch Einsatzkräfte der Feuerwehr oder des DLRG
Ortsverbandes, ihren wertvollen Dienst als sogenannte
"Mobile Retter". Ihr gehören derzeit neun Mitglieder an;
weitere fünf Interessierte, die sich infolge eines Aufrufs
der Feuerwehr im Herbst 2020 meldeten, warten derzeit auf
Ihre Ersteinweisung. Diese Initiative muss allerdings
aufgrund der Corona-Pandemie und des Infektionsschutzes
vorübergehend pausiert werden. Wer sich bei der Initiative
"Mobile Retter" oder bei der Freiwilligen Feuerwehr Rheurdt
engagieren möchte, kann sich formlos unter der Mail-Adresse mitmachen@feuerwehr-rheurdt.de melden
und weiterführend informieren lassen.
Über die First-Responder-Einsätze
hinaus verliefen die vergangenen Tage sehr ruhig - es waren
keine weiteren Alarmierung in Verbindung mit Schnee und Eis
zu verzeichnen.
Die Leitung der Feuerwehr dankt allen
Kameradinnen und Kameraden für die zusätzlich übernommenen
Aufgaben und die aufgewendete Zeit.
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