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Kreis Wesel/Hamminkeln, 26. Juni 2026 -
Sonnenschein, Temperaturen deutlich über 30 Grad und
lange Sommerabende: In diesen Tagen wird auf
Terrassen, in Gärten und auf Freiflächen im Kreis
Wesel wieder vielerorts der Grill angeheizt. Was für
viele Menschen zum Sommer dazugehört, kann jedoch
schnell gefährlich werden. Der DRK Kreisverband
Niederrhein weist deshalb auf die Risiken beim
Grillen hin und appelliert zu einem
verantwortungsvollen Umgang mit Grillgeräten und
Brennstoffen. Dass Grillen kein risikofreies
Freizeitvergnügen ist, zeigen die Zahlen: Bundesweit
kommt es nach Schätzungen jedes Jahr zu rund 4.000
Grillunfällen. Besonders schwerwiegend sind
Verletzungen durch Stichflammen nach dem Einsatz von
Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern.
„Gerade bei schönem Wetter erleben wir immer wieder,
dass Menschen die Gefahren beim Grillen
unterschätzen“, sagt Dr. Robert Moog,
Kreisverbandsarzt des DRK und Facharzt für
Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin. Besonders
schwerwiegend seien Unfälle, die durch
Brandbeschleuniger verursacht werden. „Spiritus,
Benzin oder andere leicht entzündliche Flüssigkeiten
haben am Grill nichts verloren. Bereits kleine
Mengen können zu explosionsartigen Verpuffungen mit
schweren Verbrennungen führen. Besonders gefährdet
sind Kinder, die sich häufig in unmittelbarer Nähe
des Grills aufhalten und die Gefahr nicht
einschätzen können.“ Auch wenn Gasgrills als
komfortabel und vergleichsweise sicher gelten, sei
ein sorgfältiger Umgang erforderlich. Vor dem
Grillen sollten Schläuche und Anschlüsse regelmäßig
auf Beschädigungen überprüft werden.
„Undichtigkeiten bleiben oft unbemerkt. Tritt Gas
aus und entzündet sich, kann es innerhalb von
Sekunden zu schweren Verletzungen kommen“, warnt Dr.
Moog. Gasflaschen sollten grundsätzlich aufrecht
stehen und niemals direkter Sonneneinstrahlung oder
starker Hitze ausgesetzt werden. Die Mitarbeitenden
des Rettungsdienstes des DRK Niederrhein wissen aus
Erfahrung, dass es insbesondere an warmen
Sommerabenden immer wieder zu Einsätzen aufgrund von
Grillunfällen kommt. Die Verletzungen reichen von
kleineren Verbrennungen bis hin zu schweren
Brandverletzungen, die eine Behandlung in
Spezialkliniken erforderlich machen. „Gerade
Verbrennungen bei Kindern sind besonders tragisch.
Bereits kurze Unachtsamkeiten können zu schweren
Verletzungen führen, die oft eine langwierige
Behandlung und bleibende Narben nach sich ziehen und
in seltenen Fällen tödlich enden,“, erklärt Dr.
Moog.

Kommt es dennoch zu einem Unfall, ist richtiges
Handeln entscheidend. „Wer sich verbrennt, sollte
Ruhe bewahren und die Verletzung richtig
einschätzen“, so der Kreisverbandsarzt. Kleinere
Verbrennungen, etwa bis Handtellergröße, können mit
handwarmem Wasser gekühlt werden. Bei größeren
Verbrennungen oder wenn Gesicht, Hände, Brustbereich
oder Atemwege betroffen sind, sollte umgehend der
Notruf 112 gewählt werden. Hausmittel wie Mehl,
Zahnpasta oder Salben hätten auf frischen
Verbrennungen nichts verloren und könnten die
medizinische Versorgung erschweren. Sollte
der ganze Grill in Flammen stehen, niemals mit
Wasser zu löschen versuchen, sondern mit einer
dicken Decke oder Sand abdecken bzw. einen
Feuerlöscher verwenden. Neben offenen Flammen weist
der Kreisverbandsarzt auf eine weitere Gefahr hin:
Kohlenmonoxid. Das geruchlose und unsichtbare Gas
entsteht bei Verbrennungsprozessen und kann sich in
geschlossenen oder schlecht belüfteten Bereichen
ansammeln. „Ein Grill gehört immer ins Freie. Wer
einen Holzkohlegrill in einer Garage, einem Vorzelt
oder anderen geschlossenen Bereichen betreibt,
bringt sich und andere in Lebensgefahr“, betont Dr.
Moog. Bereits geringe Mengen Kohlenmonoxid können zu
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und
Bewusstlosigkeit führen. In höheren Konzentrationen
kann das Gas tödlich wirken. Das DRK
Niederrhein appelliert an alle Bürgerinnen und
Bürger, die sommerlichen Tage zu genießen, dabei
aber die Sicherheit nicht aus den Augen zu
verlieren. „Die meisten Grillunfälle sind
vermeidbar. Wer auf Brandbeschleuniger verzichtet,
Kinder niemals unbeaufsichtigt in der Nähe des
Grills spielen lässt und seinen Grill sicher
betreibt, schafft die besten Voraussetzungen für
einen entspannten Sommerabend“, sagt Dr. Moog.
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