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Aktuelles - Redaktioneller Gang durch die Niederrhein-Woche

31. KW: Montag, 27. Juli - Sonntag, 2.8.2026 - Themen u.a.:

Stadt Kleve startet Zertifizierungsprozess „StadtGrün naturnah“
Erfahrungen in der Natur sind für uns alle wichtig: Kinder benötigen sie, um gesund aufzuwachsen und Erwachsene brauchen Naturräume für Bewegung und Erholung - am besten natürlich direkt vor der Haustür.

Seit dem Frühsommer 2022 befindet sich direkt vor dem Klever Rathaus eine artenreiche Blühfläche.

Ihren bereits eingeschlagenen Weg zur naturnahen Grünflächenpflege baut die Stadt Kleve nun durch ein Zertifizierungsverfahren für das Label „StadtGrün naturnah“ aus. Pflegen Kommunen ihre Grünflächen naturnah, profitieren Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen: Wo Flockenblumen, Margeriten oder Malven gedeihen, sind auch Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit.

Darüber hinaus sind vielfältige Naturräume wesentlich widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels. Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ honoriert das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt mit seinen derzeit 437 Mitgliedern aus Städten, Gemeinden und Landkreisen als das größte deutsche Netzwerk für naturnahe Kommunen bereits seit mehreren Jahren das Engagement von Städten und Gemeinden für ein ökologisches Grünflächenmanagement.

Die Labelkommunen entwickeln öffentliche Grünflächen zu artenreichen Wildblumenwiesen, verwenden heimisches Saat- und Pflanzgut und verzichten auf Pestizide. Bei der Planung, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Natur in der Stadt erhalten die Kommunen im Gegenzug professionelle Unterstützung durch das Bündnis. 

Die Bewerbung der Stadt Kleve auf das Label ist eine Maßnahme des Klever Klimaanpassungskonzepts, das 2024 vom Rat der Stadt Kleve beschlossen wurde. Klimaanpassungsmanagerin Merle Gemke zeigt sich begeistert: „Gemeinsam mit den Umweltbetrieben der Stadt Kleve wird schon länger an vielen Stellschrauben gedreht, um eine möglichst naturnahe Grünflächenpflege umzusetzen.

Das fördert bereits jetzt unsere Artenvielfalt und macht Kleves Grünflächen resilienter für die Zukunft, sodass wir langfristig Folgekosten reduzieren. Umso besser ist es, dass wir die dafür geleistete Arbeit bei der Stadtverwaltung und den Umweltbetrieben nun für das Label erfassen und gemeinsam den Weg für mehr Naturnähe in der Grünflächenpflege weiter beschreiten.“

Im Rahmen des zwölfmonatigen Zertifizierungsprozesses trägt die Stadt Kleve nun ihre Pflegepraktiken sowie die bereits umgesetzten Maßnahmen zusammen und entwickelt einen Maßnahmenplan für die Zukunft. Am Ende des Prozesses wartet die Zertifizierung in den Abstufungen Bronze, Silber oder Gold.

In bisherigen Teilnehmerkommunen hat das Bündnis mit dem Label zahlreiche Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt im Stadtgebiet angestoßen. Mehr Informationen zum Label „StadtGrün naturnah“ sind unter dem Link www.kommbio.de/label zu finden.

Kleve: Stärkung frühkindlicher Bildung: Projekt „FamilyPlus“ erweitert sein Angebot
Der Zugang zu frühkindlicher Bildung ist ein entscheidender Baustein für gute Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern. Um Familien noch gezielter zu unterstützen und bestehende Zugangsbarrieren abzubauen, erweitert das Jugendamt der Stadt Kleve gemeinsam mit der Stiftung Anna-Stift das Projekt FamilyPlus im Rahmen der Frühen Hilfen.

Mit Beginn des neuen Kitajahres wird FamilyPlus um ein aufsuchendes Beratungsangebot ergänzt. Mitarbeitende des Projekts sind mit dem Spielmobil in ausgewählten Quartieren unterwegs und unterstützen Familien direkt vor Ort bei der Online-Anmeldung für einen Kitaplatz. Das Angebot richtet sich insbesondere an Familien, die aufgrund sprachlicher, technischer oder organisatorischer Hürden Unterstützung bei der Anmeldung benötigen.

Dabei steht auch eine mehrsprachige Beratung zur Verfügung. „Frühkindliche Bildung darf nicht an formalen Hürden scheitern. Mit der Erweiterung von FamilyPlus gehen wir aktiv auf Familien zu und unterstützen sie dort, wo sie leben. So schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu den Angeboten der Kindertagesbetreuung und stärken die Chancengerechtigkeit von Anfang an“, erklärt Markus Koch, Leiter des Jugendamtes der Stadt Kleve.

Der aktuelle Familienbericht Nordrhein-Westfalen 2026 macht deutlich, dass insbesondere Familien in belastenden Lebenslagen von wohnortnahen, niedrigschwelligen und gut vernetzten Unterstützungsangeboten profitieren. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass frühe Bildungsangebote wesentlich dazu beitragen, Bildungsungleichheiten zu verringern und Kindern einen erfolgreichen Start ins Leben zu ermöglichen.

Das bestehende FamilyPlus-Angebot der Stiftung Anna-Stift wird bereits seit mehreren Jahren durch das Jugendamt der Stadt Kleve im Rahmen der Frühen Hilfen gefördert. Die nun vorgesehene Erweiterung knüpft an die bisherigen Erfahrungen an und verbindet aufsuchende Familienarbeit mit einem konkreten Unterstützungsangebot rund um den Zugang zur Kindertagesbetreuung.

Zum Start des Angebots wird das Spielmobil in den Sozialräumen Brüningstraße/Braunstraße sowie Beethovenstraße regelmäßig präsent sein. Familien erhalten dort unkompliziert Hilfe bei der Einrichtung einer E-Mail-Adresse, der digitalen Kita-Anmeldung sowie Informationen rund um den Besuch einer Kindertageseinrichtung.

Ergänzend werden mehrsprachige Informationspostkarten verteilt und über die sozialen Medien auf das Angebot aufmerksam gemacht. Mit der Förderung der Angebotserweiterung verfolgt das Jugendamt der Stadt Kleve das Ziel, allen Kindern – unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft – einen möglichst frühen Zugang zu Bildung und Förderung zu ermöglichen.

Die Kooperation mit der Stiftung Anna-Stift leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Frühen Hilfen und zur Stärkung von Familien. Hintergrund: Was ist FamilyPlus? Weiterführende Informationen zu dem Projekt finden Interessierte auf der Internetseite von familyplus unter: https://www.familyplus-mobi.de/ 

Kleve: Sperrungen auf der Königsallee für Baumpflegearbeiten
Für die Durchführung von Baumpflegearbeiten sind Sperrungen auf der Königsallee erforderlich. Ab Montag, 27. Juli 2026, müssen Teilstrecken der Königsallee in Kleve für die Durchführung von Baumpflegearbeiten gesperrt werden. Die Stadt Kleve hatte im Frühjahr eine Fachfirma damit beauftragt, die dort vorhandenen Alleenbäume auf ihre Verkehrssicherheit zu überprüfen.

Nun werden die notwendigen Pflegemaßnahmen zum Erhalt der Bäume durchgeführt. Insbesondere handelt es sich dabei um Teileinkürzungen sowie Kroneneinkürzungen einzelner Linden und Kastanien. Zunächst wird am Montag, 27. Juli 2026, und Dienstag, 28. Juli 2026, jeweils in der Zeit von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr das Teilstück der Königsallee zwischen dem Kreisverkehr Kastanienweg/ Schweizer Straße/Königsallee und der Einmündung Annabergstraße gesperrt.

Eine Umleitung wird über die Schweizer Straße, Ruppentaler Weg und Treppkesweg ausgeschildert. Außerhalb der Arbeitszeiten wird die Sperrung aufgehoben, sodass die Strecke dann für den Straßenverkehr zur Verfügung steht. Anschließend wird am Mittwoch, 29. Juli 2026, und Donnerstag, 30. Juli 2026, jeweils in der Zeit von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr, das Teilstück der Königsallee entlang des Klever Friedhofs gesperrt.

Betroffen ist die Strecke zwischen den Einmündungen Annabergstraße und Merowingerstraße. Während der Arbeitszeit wird der Verkehr über die Annabergstraße und den Treppkesweg umgeleitet. Auch hier wird die Sperrung außerhalb der Arbeitszeiten aufgehoben, sodass die Strecke dann für den Straßenverkehr zur Verfügung steht.

Schreibwerkstatt in der Stadtbibliothek Dinslaken
Kinder und Jugendliche entwickeln in den Sommerferien 2026 eigene Geschichten: Vom 4. bis 8. August gibt es in der Stadtbibliothek Dinslaken eine kreative Schreibwerkstatt. Diese findet jeweils von 10:00 bis 13:00 Uhr statt und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 13 Jahren.

Unter dem Titel „Dieser eine Sommer“ entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam eigene Geschichten. Begleitet wird der Workshop von der Kinder- und Jugendbuchautorin Cora Gofferjé. Aus ersten Ideen entstehen Figuren, Szenen und komplette Geschichten. Die Teilnehmenden experimentieren mit Sprache, Dialogen und verschiedenen Erzählformen und lernen dabei, wie sich Geschichten Schritt für Schritt entwickeln lassen.

Am Ende der Woche präsentieren die Teilnehmenden ihre Texte im Rahmen einer kleinen Abschlusslesung vor Familie und Freund*innen. Die Schreibwerkstatt ist Teil des Förderprogramms „SchreibLand NRW“, das kreative Schreibangebote in Bibliotheken unterstützt und Kindern sowie Jugendlichen einen spielerischen Zugang zum Schreiben ermöglicht.

Der Teilnahmebeitrag beträgt 10 Euro. Ermöglicht wird dies durch die Unterstützung des Freundeskreises Stadtbibliothek und Stadtarchiv Dinslaken e. V., der den Großteil der Kosten übernimmt. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Anmeldungen sind ab sofort möglich: per E-Mail an bibliothek@dinslaken.de oder direkt vor Ort in der Stadtbibliothek.


Diese Werkstatt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von SchreibLand NRW, einer Initiative des Literaturbüros NRW, unterstützt vom Verband der Bibliotheken NRW.  


Sommerkino im Museum Kurhaus Kleve: Broken Flowers (2005, 106 Min.)
Das beliebte Sommerkino im Museum Kurhaus Kleve findet dieses Jahr unter dem Titel „Lakonie & Skurriler Humor“ statt und ist den Filmen des Regisseurs Jim Jarmusch gewidmet. Es wird in Kooperation mit den Tichelpark Cinemas Kleve durchgeführt. Der Eintritt ist FREI! Am Donnerstag, den 30. Juli 2026, 21 Uhr zeigen wir Broken Flowers (2005, 106 Min.)

Der tragikomische Roadmovie „Broken Flowers“ dreht sich um ein in die Jahre gekommener Don Johnston. Zur gleichen Zeit als der ewige Junggeselle Johnston von seiner Freundin Sherry verlassen wird, erfährt er, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der auf der Suche nach ihm ist. Sein Nachbar Winston, ein begeisterter Hobby-Detektiv, bringt ihn dazu, eine Liste mit ehemaligen Freundinnen aufzusetzen und stellt für Johnston einen kompletten Reiseplan mit Flug-, Auto- und Hotelbuchungen auf.

Johnston macht sich auf eine Odyssee quer durchs Land, um herauszufinden wer die Mutter sein könnte. Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Cannes 2005 mit dem „Großen Preis der Jury“ ausgezeichnet. Bitte Eingang direkt beim Friedrich-Wilhelm-Bad benutzen, bei Regen fallen die Veranstaltungen aus.

Das Smartphone ist die Urlaubskamera Nummer eins
Angesichts von Digitalkameras, Action-Cams, Sofortbildkameras und Drohnen stellt sich die Frage, womit Urlaubsfotos heute tatsächlich entstehen. Die Antwort fällt eindeutig aus: Drei Viertel der Befragten nutzen dafür die Smartphone-Kamera (75 Prozent). Klassische Digitalkameras oder Kompaktkameras kommen auf 8 Prozent, Spiegelreflex- oder Systemkameras auf 6 Prozent.

Spezialgeräte bleiben die Ausnahme: Sofortbildkameras und Action-Cams wie GoPros werden jeweils von 2 Prozent genutzt. Unterwasserkameras, analoge Kameras, Drohnen und Kinderkameras liegen jeweils bei 1 Prozent. Damit findet Urlaubsfotografie für die große Mehrheit über das Gerät statt, das ohnehin im Alltag dabei ist, das Smartphone.

VGL / KI-generiert

Das erklärt auch, warum im Urlaub schnell viele Bilder zusammenkommen. Fotografieren ist unkompliziert, der Speicherplatz groß und das nächste Motiv selten weit weg. Was früher ein begrenzter Film war, ist heute eine große digitale Sammlung.

Ein Drittel lässt Urlaubsfotos auf dem Smartphone
Nach dem Urlaub zeigt sich, wie digital diese Erinnerungen bleiben. Bei knapp einem Drittel bleiben die Urlaubsfotos überwiegend auf dem Smartphone (31 Prozent). Weitere Befragte speichern sie in einer Cloud (17 Prozent) oder sichern sie auf einer Festplatte, Speicherkarte oder einem anderen Datenträger (ebenfalls 17 Prozent).

Damit landet ein großer Teil der Urlaubsbilder vor allem in digitalen Speichern. Auffällig ist auch, wie selten Fotos nach der Reise sortiert werden: Nur 10 Prozent sortieren doppelte oder schlechte Aufnahmen bewusst aus. Viele Bilder landen im Speicher, doch nur ein kleiner Teil wird später ausgewählt, geordnet oder weiterverarbeitet.

Fotobücher und Abzüge bleiben die Ausnahme
Gedruckte Varianten sind deutlich seltener. Ein Fotobuch erstellen nach dem Urlaub 6 Prozent, einzelne Abzüge lassen 5 Prozent drucken. Ein Fotoalbum oder Reisetagebuch gestalten nur 1 Prozent, ebenso wenige drucken einzelne Bilder mit einem Fotodrucker aus. Bilder zu rahmen oder aufzuhängen, spielt in der Umfrage praktisch keine Rolle.

Ganz verschwunden ist das gedruckte Urlaubsfoto aber nicht. Die Frage nach den Gründen fürs Drucken zeigt ein anderes Bild: Knapp ein Viertel der Befragten erstellt grundsätzlich gerne Fotobücher oder Alben (23 Prozent). Gedruckt wird außerdem, um Fotos zu verschenken, aufzuhängen (19 Prozent) oder sie im Alltag anzusehen (15 Prozent).

Gleichzeitig wird deutlich, warum viele Fotos digital bleiben. Einige verzichten auf Ausdrucke, weil sie ihre Bilder digital speichern (19 Prozent). Für andere ist der Aufwand zu groß (13 Prozent), einige vergessen nach dem Urlaub meist, Fotos zu drucken oder Alben zu erstellen (6 Prozent). Zwischen dem Wunsch nach sichtbaren Erinnerungen und der tatsächlichen Umsetzung steht also oft der Alltag.

Mobile Fotodrucker können diese Lücke kleiner machen. Sie bringen einzelne Bilder direkt vom Smartphone aufs Papier, auch schon während der Reise. So lassen sich Reisetagebücher oder Alben unterwegs füllen. Auch für Kinder gibt es passende Modelle, mit denen sie eigene Urlaubserinnerungen direkt festhalten können.

Sofortbildkameras sind dagegen fast ein Gegenentwurf zur digitalen Bilderflut. Hier entsteht nicht die zehnte Version desselben Motivs, sondern ein einzelnes Bild direkt beim Fotografieren. Das macht die Aufnahme bewusster und gibt ihr von Anfang an mehr Gewicht.

Aus digitalen Bildern werden nur selten gedruckte Erinnerungen
Die Umfrage zeigt vor allem eines: Urlaubsfotos werden heute schnell aufgenommen, gespeichert und teils auch digital geteilt. In sozialen Netzwerken entsteht daraus für manche eine Art laufendes Fotoalbum. Gedruckte Bilder spielen dagegen vor allem abseits des Bildschirms eine besondere Rolle: Sie holen ausgewählte Momente aus der digitalen Masse heraus und geben ihnen einen festen Platz im Alltag.

Schon wenige ausgewählte Bilder können reichen, um eine Reise später wieder präsent zu machen. Ein Fotobuch im Regal, ein Album auf dem Couchtisch, ein Sofortbild an der Pinnwand oder ein kleiner Stapel Abzüge, der herumgereicht wird: Mehr braucht es manchmal nicht, damit aus gespeicherten Bildern sichtbare Erinnerungen werden.    


Nachtfahrten sicher vorbereiten, Müdigkeit früh erkennen und Pausen richtig planen
Mitten in der Ferienzeit sind viele Reiserouten stark belastet. Deshalb verlegen manche Autofahrer die Fahrt in die Abend- oder Nachtstunden. Das kann für weniger Verkehr und angenehmere Temperaturen sorgen, stellt aber zugleich besondere Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit. Der ACV Automobil-Club Verkehr klärt die wichtigsten Fragen rund um Vorbereitung, Abfahrtszeit, Müdigkeit, Pausen und Fahrten mit Kindern.

Was spricht für und gegen eine Nachtfahrt?
Eine Nachtfahrt in den Urlaub kann viele Vorteile haben. Auf den Autobahnen lassen sich häufig der Berufsverkehr und in den Ferien auch Staus vermeiden. Gerade im Sommer können die kühleren Temperaturen die Fahrt angenehmer machen. Außerdem schlafen Kinder auf längeren Fahrten häufig schneller ein und viele Urlauber erreichen ihr Ziel bereits am Morgen.

Ganz so einfach ist es trotzdem nicht. Bei Dunkelheit werden Baustellen, Stauenden, Wild oder schlecht beleuchtete Fahrzeuge oft später erkannt. Gleichzeitig ist der Körper nachts eigentlich auf Ruhe eingestellt und nicht auf stundenlange Konzentration am Steuer. Wer müde losfährt oder nach einem langen Tag schnell noch „Kilometer machen“ möchte, riskiert Konzentrationsfehler, längere Reaktionszeiten und im schlimmsten Fall Sekundenschlaf.

Wie lässt sich eine Nachtfahrt vorbereiten?
Für eine entspannte Nachtfahrt zählt nicht nur, wann die Fahrt beginnt, sondern auch, wie der Abend davor verläuft. Wer kurz vor der Abfahrt noch Koffer packt, Dokumente zusammensucht oder das Auto beladen muss, startet häufig bereits gestresst in die Nacht. Deutlich entspannter wird es, wenn diese Aufgaben vorher erledigt sind:

• Gepäck und Reisedokumente bereitlegen
• Auto in Ruhe beladen und schweres Gepäck sicher verstauen
• Route und Stopps für Vignettenkauf, Tanken oder Laden heraussuchen
• Auto volltanken oder laden und den Reifendruck prüfen
• Beleuchtung kontrollieren sowie Scheiben und Brille reinigen
• Sonnenbrille für die Morgensonne sowie eine Jacke für Pausen griffbereit halten

Das Navigationssystem sollte bereits vor dem Losfahren eingestellt sein, idealerweise mit der ersten Pause als Zwischenstopp. Wer zusätzlich ein bis zwei geeignete Rastplätze oder Autohöfe entlang der Route markiert, muss unterwegs nicht mühsam nach einer geeigneten Gelegenheit suchen. Das ist praktisch für eine Toilettenpause, einen Snack oder einige Minuten an der frischen Luft.

Vor der Nachtfahrt schlafen oder durchmachen?
Die klare Antwort lautet: vorher schlafen. Eine Nacht vor der Urlaubsfahrt durchzumachen, ist keine gute Idee, auch wenn die Vorfreude groß ist und vermeintlich nur noch die Fahrt bevorsteht. Müdigkeit verschlechtert die Konzentration, verlängert die Reaktionszeit und erhöht das Risiko für Sekundenschlaf.

Studien zeigen, dass starker Schlafmangel die Fahrtüchtigkeit ähnlich stark beeinträchtigen kann wie Alkohol. Als grober Richtwert gilt: Bereits nach rund 17 Stunden ohne Schlaf können Leistungseinbußen auftreten, die mit etwa 0,5 Promille vergleichbar sind. Nach rund 22 Stunden ohne Schlaf kann die Beeinträchtigung einem Niveau von etwa 1,0 Promille entsprechen.

Besser ist eine geplante Schlafphase vor der Abfahrt. Das muss nicht zwingend eine ganze Nacht sein. Auch einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag helfen mehr, als vollständig auf Schlaf zu verzichten. Wenn zwei Erwachsene fahren können, sollte der Fahrerwechsel vorher abgesprochen werden. So kann sich die zweite Person darauf einstellen und ebenfalls ausgeruht das Steuer übernehmen.

Welche Abfahrtszeit ist am günstigsten?
Die ideale Abfahrtszeit hängt vor allem vom eigenen Schlafrhythmus ab. Entscheidend ist weniger die konkrete Uhrzeit als die Frage, wann ein wirklich ausgeruhter Start möglich ist.

Ein Start in den frühen Morgenstunden kann sinnvoll sein, allerdings nur, wenn vorher ausreichend geschlafen wurde. Dann lassen sich häufig bereits viele Kilometer zurücklegen, bevor der Berufsverkehr oder Ferienreiseverkehr richtig einsetzt. Gleichzeitig fällt dieser Start in die zweite Nachthälfte, in der die innere Uhr bei vielen Menschen noch auf Schlaf eingestellt ist. Die erste Pause sollte deshalb bewusst früh eingelegt werden.

Eine Abfahrt am späten Abend ist nur dann eine gute Idee, wenn der Tag ruhig war und vorher noch Schlaf möglich war. Wer seit dem Morgen wach ist, gearbeitet, gepackt und möglicherweise noch hektisch zu Abend gegessen hat, sollte nicht mehr zu einer langen Nachtfahrt aufbrechen. In diesem Fall beginnt die Fahrt bereits mit wachsendem Schlafdruck und führt ausgerechnet in die zweite Nachthälfte hinein, in der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit ohnehin nachlassen können.

Unabhängig von der Abfahrtszeit gilt: Entscheidend ist, ausgeruht zu starten, keine zu langen Etappen am Stück zu fahren und sich möglichst am Steuer abzuwechseln. Das gilt auch dann, wenn die Straße leer ist und die Fahrt gut vorangeht.

Woran lässt sich Müdigkeit erkennen?
Müdigkeit kommt selten plötzlich. Meist kündigt sie sich an, allerdings werden die ersten Anzeichen häufig ignoriert. „Bis zum nächsten Rastplatz geht es noch.“ Oder: „Nur noch 40 Kilometer, dann machen wir Pause.“ Solche Gedanken kennen viele Menschen, die nachts in den Urlaub fahren. Sie sind häufig ein Warnsignal dafür, dass die Müdigkeit die Aufmerksamkeit bereits beeinträchtigt.

Typische Anzeichen für Müdigkeit sind:
• häufiges Gähnen, schwere Augenlider oder ständiges Blinzeln
• brennende Augen, Frösteln oder innere Unruhe
• Tunnelblick oder nachlassende Aufmerksamkeit
• verpasste Schilder, Ausfahrten oder Tempolimits
• Schwierigkeiten, die Spur sauber zu halten
• das Gefühl, sich an die letzten Kilometer kaum erinnern zu können

Wer solche Signale bei sich bemerkt, sollte nicht versuchen, weiter durchzuhalten, sondern direkt den nächsten Parkplatz ansteuern. Sekundenschlaf kann bei Müdigkeit plötzlich einsetzen, ohne dass dies selbst richtig bemerkt wird. Für wenige Sekunden besteht praktisch keine Fahrtüchtigkeit mehr, auch wenn die Augen nicht bewusst zufallen.

Bei 100 km/h reichen zwei Sekunden aus, um mehr als 50 Meter im Blindflug zurückzulegen. Das genügt, um von der Fahrbahn abzukommen, gegen die Leitplanke zu prallen oder ein Stauende, eine Baustelle oder Wild zu spät zu erkennen.

Was hilft gegen Müdigkeit während der Fahrt?
Die beste Reaktion auf Müdigkeit ist eine echte Pause. Sobald erste Anzeichen auftreten, sollte der nächste sichere Parkplatz oder Rastplatz angesteuert werden. Einige Minuten zügiges Gehen, Strecken, Schulterkreisen oder lockeres Ausschütteln von Armen und Beinen helfen dabei, wieder wacher zu werden. Bei Müdigkeit ist ein Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten häufig noch wirksamer.

Wer Kaffee gut verträgt, kann ihn direkt vor dem kurzen Schlaf trinken. Koffein wirkt nicht sofort, sondern zeitverzögert und kann das Wachwerden nach dem Powernap erleichtern. Kaffee ersetzt Schlaf jedoch nicht.

Tricks wie laute Musik, offene Fenster oder Kaugummi helfen höchstens kurzfristig. Die Müdigkeit verschwindet dadurch nicht.

Die eigene Müdigkeit wird von anderen Personen im Fahrzeug häufig früher bemerkt als vom Fahrer selbst. Deshalb hilft es, den Fahrerwechsel bereits vor der Fahrt grob abzusprechen. Auch der Beifahrer sollte aufmerksam bleiben: Wird der Fahrer ungewöhnlich ruhig, gähnt häufig oder wirkt unkonzentriert, ist es Zeit für eine Pause.

Was ist bei einer Nachtfahrt mit Kindern wichtig?
Mit Kindern kann eine Nachtfahrt gut funktionieren. Viele Kinder schlafen im dunklen Auto schnell ein, besonders wenn sie bequem angezogen sind und vertraute Dinge dabeihaben. Gerade für Kinder, die schnell unter Reiseübelkeit leiden, kann eine Nachtfahrt angenehmer sein, weil sie einen großen Teil der Strecke verschlafen.

Doch auch wenn viele Eltern froh sind, wenn ihre Kinder während der Fahrt ruhig schlafen, sollten besonders bei Fahrten mit Babys regelmäßige Pausen eingeplant werden. Empfohlen wird, spätestens nach etwa zwei Stunden Fahrt eine Pause einzulegen, da ein längerer Aufenthalt in der Babyschale belastend sein kann. Das gilt auch für Fahrten am Tag.

Auch bei älteren Kindern sollten Eltern auf die Schlafposition achten. Wenn sich die Muskeln im Tiefschlaf entspannen, kippt der Kopf häufig nach vorne oder die Kinder rutschen tief in den Sitz. Das kann zu Nackenschmerzen führen und dazu, dass der Sicherheitsgurt nicht mehr optimal anliegt. Verfügt der Kindersitz über eine Ruheposition, sollte diese bereits vor der Abfahrt eingestellt werden. Ein passendes Schlaf- oder Nackenkissen kann zusätzlich unterstützen, sofern es den Gurtverlauf nicht beeinträchtigt.

Unabhängig vom Alter der Kinder lohnt es sich, auch auf Wachphasen gut vorbereitet zu sein und alles Wichtige griffbereit zu haben. Wer nachts auf dem Beifahrersitz lange nach dem Kuscheltier, der Trinkflasche oder Snacks suchen muss, sorgt schnell für Unruhe im Auto.

Hilfreich für Familien sind:
• Decke, Kuscheltier und Kissen für eine möglichst bequeme Schlafposition
• Trinkflasche, leichte Snacks und Feuchttücher griffbereit verstauen
• Hörspiele, Bücher oder ruhige Beschäftigungen für Wachphasen
• Kindersitz vor der Abfahrt korrekt einstellen und den Sitz der Gurte kontrollieren
• regelmäßige Pausen, besonders mit Babys
• sichere und gut beleuchtete Rastplätze für Pausen auswählen

Für Wachphasen sind Hörspiele, Bücher oder ruhige Spiele häufig besser geeignet als lange Bildschirmzeiten. Helle Displays können Kinder wieder wacher machen, besonders wenn sie längere Zeit auf ein Tablet oder Smartphone schauen. Werden Bildschirme dennoch zur Beschäftigung genutzt, sollte die Helligkeit möglichst weit reduziert werden. Gleichzeitig gilt: Schlafende Kinder auf der Rückbank sind kein Grund, die Strecke ohne Pause durchzufahren. Auch der Fahrer braucht regelmäßige Erholung.



NRW-Haushalte kauften 2023 durchschnittlich 1,2 Liter Speiseeis pro Monat
* Ein Drittel (33,0 %) der Haushalte kaufte Speiseeis
* Familien mit Kind(ern) hatten mit 40,8 % den größten Käuferanteil
* Drei Viertel der Alleinlebenden (75,5 %) kauften kein Eis Schlagworte: Speiseeis, Familien, Konsum, Haushalte

Die rund 8,7 Millionen privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen kauften im Jahr 2023 durchschnittlich 1,2 Liter Speiseeis pro Monat und gaben dafür durchschnittlich rund 6 Euro aus. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, beziehen sich die Ergebnisse auf Käufe von Speiseeis wie z. B. Eiscreme, Fruchteis und Sorbet.

Nicht berücksichtigt sind Käufe zum Außer-Haus-Verzehr, beispielsweise im Eiscafé, sowie Eis für Kühlzwecke. Ein Drittel der Haushalte kaufte Speiseeis Die folgenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Haushalte mit Ausgaben für Speiseeis. Unabhängig vom Haushaltstyp kauften im Jahr 2023 33,0 % der privaten Haushalte Speiseeis. Bei Familien mit Kind(ern) war der Käuferanteil mit 40,8 % am höchsten. Bei Paaren ohne Kind(er) lag er bei 36,6 %, bei Alleinlebenden bei 24,5 %.



Haushalte mit Ausgaben für Speiseeis kauften 2023 durchschnittlich 3,6 Liter Eis monatlich. Dafür gaben sie durchschnittlich 17 Euro aus. Familien mit Kind(ern) kauften mit 4,8 Litern die größten Mengen und hatten mit 21 Euro auch die höchsten monatlichen Konsumausgaben. Bei Paaren ohne Kind(er) beliefen sich die Einkäufe auf 3,5 Liter und die Ausgaben auf 16 Euro,  Alleinlebende kauften 2,2 Liter Eis und gaben dafür 11 Euro aus.